AKTIONSBÜNDNIS BAhNANE

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Bahn-Wolf Märchen

Die 7 Märchen der Bahn zum geplanten Ausbau der
Strecke Frankfurt-West bis Bad Vilbel

und was davon zu halten ist

 

1.    Es war einmal

       ein Ausbau, der nur der S-Bahn dient

Fakten-Check:

Nach dem Ausbau werden keine zusätzlichen S-Bahnen fahren. Stattdessen werden der Güterverkehr (nachts alle 9 min ein Güterzug!) und der Personenfernverkehr zunehmen.

 

2.    Es war einmal

          eine S-Bahn, die erheblich pünktlicher wird

Fakten-Check:

Gemäß aktueller Auswertung des RMV aus August 2010 liegt die Pünktlichkeit der S6 bereits heute ohne den Ausbau deutlich über dem angestrebten RMV-Zielwert von 96 %.

Auch würden durch einen Ausbau viele vom RMV selbst angeführten Ursachen für Verspätungen nicht beseitigt (wie z.B. Engpass Frankfurter Tunnel, Wendeverspätungen, Signalstörungen, Bau- und Instandhaltung, Mängel-Langsamfahrstellen, Triebfahrzeug-Störun­gen, verspätete vorausfahrende S-Bahnen, Fahrbahnstörungen, Haltezeitüberschreitungen, Gefährliche Ereignisse).

Bereits am 29.03.08 titelte die FAZ: RMV: S-Bahnen pünktlich genug . Das spricht für sich.

Am 26.11.2010 wurde Stefan Klöppel vom ZOV in der Wetterauer Zeitung nach Umrüstung der Triebwagenzüge zitiert: Er sei froh, dass das Problem mit der S6 gelöst sei.

 

3.    Es war einmal

    ein Ausbau, ohne den es keinen Lärmschutz für die Bürger gibt

Fakten-Check:

Die Strecke war bereits im August 2002 in die Dringlichkeitsliste zum Lärmsanierungsprogramm der Bundesregierung (Lärmsanierung an bestehenden Eisenbahnstrecken) aufgenommen. Es ist somit davon auszugehen, dass ohne den geplanten Ausbau die Lärmschutzmaßnahmen heute bereits realisiert wären.

 

4.    Es war einmal

      eine Naturzerstörung, die vollständig ausgeglichen wird

Fakten-Check:

Auf einer Strecke von 12 km werden alter Baumbestand und wertvolle Biotopflächen, in denen zahlreiche geschützte Arten vorkommen, beidseits der Gleise unwiederbringlich zerstört. Dämme und Lärmschutzwände mit einer Gesamthöhe von bis zu 12 m werden den für Frankfurt wichtigen Grüngürtel und die nördlichen Ortsteile Frankfurts durchschneiden. Die als Kompensation geplante Renaturierung eines Wehres in der Nidda kann diese weitreichende Zerstörung von Natur-, Erholungs- und Wohnraum niemals wettmachen.

 

5.    Es waren einmal

    Bürger, die ausreichend und gesetzeskonform beteiligt wurden

Fakten-Check:

Durch irreführende Ankündigungen wie viergleisiger Ausbau der S6 (z.B. Amtsblatt vom 19.02.2002 und 04.02.2003) wurde der Eindruck erweckt, die S-Bahn solle künftig auf 4 Spuren fahren. Die tatsächliche Tragweite des Vorhabens wurde so verschleiert und die nach dem Gesetz erforderliche Anstoßfunktion für die Bürger nicht erreicht. Trotz dieses bekannten Formfehlers hat das Eisenbahnbundesamt viele berechtigte Einwendungen von Bürgern wegen sog. Präklusion nicht behandelt.

 

 

6.    Es war einmal

                 ein Vorhaben, das wirtschaftlich und sinnvoll ist

Fakten-Check:

Die Nutzen-Kosten-Analyse war geheime Verschlusssache, deren Herausgabe erst auf dem Klagewege erreicht werden konnte. Der ohnehin sehr geringe errechnete Nutzen-Kosten-Koeffizient von 1,08 (Verkehrsvorhaben liegen in der Regel bei über 3) kommt durch veraltete Annahmen zustande. Mit realistischen Werten gerechnet und die gestiegenen Kosten berücksichtigt ergibt sich ein Nutzen-Kosten-Koeffizient von ca. 0,7. Vorhaben mit einem Koeffizienten kleiner 1,0 stellen einen klaren Verstoß gegen die Bundes- und Landeshaushaltsordnungen dar.

 

7.    Es war einmal

                 eine Bahn, die die gesetzlichen Grenzwerte für
               Erschütterungen und Elektrosmog einhielt

Fakten-Check:

Das Erschütterungsgutachten der Bahn belegt, dass die Grenzwerte für Erschütterungen in Gebäuden nahe der Trasse deutlich überschritten werden, lehnt aber Schutzmaßnahmen ohne nachvollziehbare Begründung lapidar als unverhältnismäßig ab. Interessanterweise werden im zweiten Bauabschnitt derselben Strecke (Bad-Vilbel-Friedberg) Erschütterungsschutzmaßnahmen, z.B. in Form besohlter Schwellen, vorgesehen.

Zu elektromagnetischen Feldern heißt es in einer internen Notiz der Rechtsabteilung der DB Netz AG - die auch dem Eisenbahnbundesamt vorliegt: Wir erwarten selbstverständlich, dass die Grenzwerte der 26. BImSchV eingehalten werden. Ausdrücklich fachtechnisch nachgewiesen ist das bisher nicht. Mit anderen Worten: der erforderliche Nachweis der Grenzwerteinhaltung ist nicht erbracht, worüber die Genehmigungsbehörde, wider besseres Wissen, geflissentlich hinweggesehen hat.

 

Warum erzählt die Bahn solche Märchen?

·        Weil sonst keine Steuergelder für den Ausbau bewilligt würden (die jetzt in Form von Bundes-, Landes- und städtischen Mitteln zweckentfremdet fließen sollen).

·        Weil sonst Trassenalternativen geprüft werden müssten, die umwelt- und bürgerfreundlicher wären.